Erstellen eines hydrologischen Gutachtens zur Prüfung einer Wiedervernässung der Pfeifengraswiese (Haselbacher Moor) im FFH-Gebiet 233 "Kammerforst"
Im FFH-Gebiet 233 „Kammerforst“ im nordöstlichen Altenburger Land liegt das etwa 1,3 ha große „Haselbacher Moor“. Unter anderem durch (berg-) bauliche Eingriffe im Rahmen des Tonabbaues in unmittelbarer Nähe, kam es zur Entwässerung der einstigen Moorfläche.
Bereits Ende der 1990er Jahre wurde durch die Forstverwaltung und das Umweltamt des Landkreises, zusammen mit dem Naturkundemuseum Mauritianum und Ehrenamtlichen, ein Projekt zur Revitalisierung des „Haselbacher Moores“ initiiert. Mit Unterstützung von ABM-Kräften wurden neben der Entnahme von Gehölzsukzession auch die Entwässerungsgräben verschlossen sowie die Schaffung einer Wasserzuleitung aus dem Regenrückhaltebecken der angrenzenden Tonhalde umgesetzt.
Das Hochwasserereignis im Jahr 2002 führte zu großflächigen Überflutungen, die über das Moor hinaus auch angrenzende Waldgebiete betrafen. Eine ähnliche Situation trat erneut im Zuge des späteren Junihochwassers 2013 auf. Zur Vermeidung weiterer Überflutungen in diesem Ausmaß wurde die Wasserzufuhr in das Moor daraufhin unterbunden und das anfallende Regenwasser stattdessen in die nahegelegene Pleiße umgeleitet.
Eine im Jahr 2025 durch die Sonderaufgabe Monitoring durchgeführte Offenlandbiotokartierung hat festgestellt, dass das ehemalige Moor inzwischen nahezu vollständig von Pfeifengras (Molinia caerulea) eingenommen wird und weitere Feuchtezeiger auf der Fläche nur noch punktuell vorkommen. Es handelt sich nach neuesten Erkenntnissen eher um ein weit vorangeschrittenes Moor-Degradationsstadium, in welchem typische Moorarten vollständig fehlen.
Bis heute liegt keine Beurteilung darüber vor, ob der ehemalige Tontagebau im Umfeld des FFH-Gebietes möglicherweise zu einem Anschnitt der stauenden Schichten geführt hat und dies eine dauerhafte Vernässung des „Haselbacher Moores“ kaum oder nur mit sehr hohem technischen Aufwand möglich macht.
Unter anderem aus diesem Grund wird die Erarbeitung eines aktuellen hydrologischen Gutachtens als wichtige und dringend notwendige Maßnahme gesehen.
Mit dem Projekt wird eine Maßnahme des Managementplans des FFH-Gebietes „Kammerforst“ umgesetzt. Das hydrologische Gutachten wird die Variante der Wasserzuführung über die Tonhalde näher untersuchen und hinsichtlich ihrer technischen
Umsetzbarkeit, hydrologischen Wirksamkeit sowie möglicher Auswirkungen auf den inzwischen im Absetzbecken entstandenen LRT 3130 („Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer mit Strandlings- oder Zwergbinsen-Gesellschaften“) bewerten.
Umsetzbarkeit, hydrologischen Wirksamkeit sowie möglicher Auswirkungen auf den inzwischen im Absetzbecken entstandenen LRT 3130 („Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer mit Strandlings- oder Zwergbinsen-Gesellschaften“) bewerten.
Darüber hinaus sollen – sofern vorhanden und sinnvoll erschließbar – alternative Optionen zur Wasserzuführung
identifiziert, analysiert und vergleichend erörtert werden.
identifiziert, analysiert und vergleichend erörtert werden.
Ziel ist es, eine aktuelle Planungsgrundlage für die Auswahl geeigneter Maßnahmen zur nachhaltigen Wiedervernässung (sofern möglich) und damit zur ökologischen Aufwertung der degenerierten Moorfläche „Haselbacher Moor“ zu erhalten.
LRT: 6410 (Pfeifengraswiese), 3130 (Nährstoffarme Stillgewässer)
Laufzeit: 09/2026 – 05/2028
Kosten: 42.298,07 €
Finanzierung: NALAP, GAK (100%)
ProjektbearbeiterIn: Tobias Eggert





Dieses Projekt wurde über das Programm zur „Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen (NALAP)“ sowie aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK)“ gefördert.
Partner & Förderer