Gemeinsam die "Altenburger Stadtnatour" entdecken

Der NABU und die Stiftung Naturschutz Thüringen laden jährlich alle Interessierten am „Langen Tag der Natur“ ein, die Naturschätze und die Artenvielfalt in ihrer Region kennenzulernen. 

Am 12.06.2026 haben wir zum „Langen Tag der Natur“ zusammen mit einigen Interessierten, trotz des wechselhaften Wetters, die Altenburger Stadtnatour erkundet.

Auf der Streuobstwiese am Südbad erläuterte unser Kollege Tobias Eggert die Tätigkeit der Natura 2000-Station „Osterland“ und erklärte den Besuchern, warum vor allem die Sanierung von Streuobstwiesen aktuell einen großen Teil unserer Arbeit ausmacht.
 
Gerade im Altenburger Land sind sie ein vielerorts prägendes Kulturlandschaftselement und bieten einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Um diese geschützten Biotope langfristig zu erhalten, koordinieren wir gezielte Gehölzpflegemaßnahmen und Entbuschungen des Grünlandes und initiieren eine dauerhafte Folgepflege der Flächen.
 
Durch die gute Zusammenarbeit mit der EWA, führen wir jährlich im Oktober das Mostfest am Großen Teich, sowie auf der Streuobstwiese am Südbad auch regelmäßig Schulprojekttage als Umweltbildungsangebot durch. Zudem konnten die auf der Fläche vorhandenen Obstsorten durch den erfahrenen Pomologen Walter Janovsky bestimmt und anschließend mit Sortenschildern versehen werden.So kann sich jeder Interessierte über die vorhandene Vielfalt, teils historischer Sorten, informieren.
 
Danach führte uns Uwe Wange von der NfGA zur angrenzenden Hellwiese. Innerhalb des FFH-Gebietes „Eremit-Lebensräume zwischen Altenburg und Schmölln“ gelegen, ist dieses strukturreiche geschützte Offenlandbiotop ein wertvoller innerstädtischer Lebensraum für zahlreiche gefährdete Arten und dient gleichzeitig als Retentionsfläche im Einzugsgebiet der Blauen Flut.
 
Im Rahmen des laufenden ENL-Projektes „Optimierte Lebensräume für die Mopsfledermaus und den Eremiten im FFH-Gebiet 231 und im Altenburger Land“ soll die Fläche unter anderem durch extensive Büffelbeweidung und Anlage von Kleinstgewässern als Nahrungsquelle für die hier vorkommende, insektenfressende Mopsfledermaus aufgewertet werden. Gleichzeitig sollen dadurch Nährstoffzeiger, wie die Große Brennnessel und invasive Arten, wie der Japanische Staudenknöterich zurückgedrängt werden.
 
Dabei zeigte der Projektleiter auch Probleme und Hürden auf, die bei der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen auftreten können und dann einer sensiblen fachlichen Abstimmung mit sämtlichen Akteuren bedürfen, um die Projektziele letzlich erfolgreich zu erreichen.
 
Eine gelungene Veranstaltung der Natura 2000-Station „Osterland“ und der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg e.V.