Thüringen feiert 10 Jahre Netzwerk Natura 2000 – Gemeinsam die Naturschätze im Greizer Park entdecken

Anlässlich des Jubiläumsjahrs der Natura 2000-Stationen in Thüringen lädt die Natura 2000-Station „Osterland“ in Kooperation mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten dazu ein, gemeinsam am Freitag, den 17.07.2026 die Hammerwiesen im Fürstlich Greizer Park zu besichtigen und dort die seltenen Naturschätze Thüringens zu bestaunen. Treffpunkt ist 15.00 Uhr am Sommerpalais.

Der Park ist nicht nur ein herausragendes Gartendenkmal, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tiere und Pflanzen. Im Bereich der kürzlich revitalisierten Hammerwiesenteiche, findet sich ein bedeutendes Restvorkommen des europaweit streng geschützten Dunklen Wiesenknopf-AmeisenbläulingsSchmetterling des Jahres 2026 und Wappentier der Natura 2000-Station „Osterland“, für dessen Schutz und Erhalt der Freistaat Thüringen eine besondere Verantwortung trägt. Bei der geführten Wanderung erhalten Sie Einblicke in die spezielle Lebensweise dieses Tagfalters, erfahren warum er genau deshalb so gefährdet ist und was man tun kann, um seinen Fortbestand zu sichern.

 

HINTERGRUND

 

Natura 2000 ist ein europaweites Netzwerk aus Schutzgebieten, das dem Erhalt wertvoller Lebensräume und der biologischen Vielfalt dient. Die ausgewiesenen FFH- und Vogelschutzgebiete (SPA) bieten Rückzugsräume für zahlreiche bedrohte Arten und tragen zum Erhalt einzigartiger Ökosysteme bei. Gemeinsam bilden diese beiden Gebietskategorien das kohärente Schutzgebietssystem Natura 2000.

In Deutschland umfasst das Natura 2000-Netz etwa 15,4 % der Landesfläche – in Thüringen sind es sogar rund 16,8 %, die sich auf 212 FFH-Gebiete und 44 Vogelschutzgebiete aufteilen und Lebensräume für viele seltene Arten bieten wie das Rebhuhn, den Schwarzstorch, die Gelbbauchunke oder den Feldhamster.

In Thüringen engagieren sich bereits seit zehn Jahren zwölf regionale Natura 2000-Stationen und ein Kompetenzzentrum für den Schutz und die Pflege dieser wertvollen Naturräume. Als deutschlandweit einzigartiges Pilotprojekt des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten haben sich die Stationen als festes Bindeglied zwischen behördlichem und ehrenamtlichem Naturschutz etabliert und sind seit 2019 gesetzlich im Thüringer Naturschutzrecht verankert.

 

Die Natura 2000-Station „Osterland“ ist seit August 2016 in den Landkreisen Greiz, Altenburger Land sowie der kreisfreien Stadt Gera unter anderem für die Betreuung von 19 FFH-Gebieten, 4 EG-Vogelschutzgebieten sowie 2 FFH-Objekten zuständig. Zu den Aufgaben der Station gehören z.B. die Umsetzung und Kontrolle der Einhaltung der Managementplanung für die EU-Schutzgebiete, die Beratung von Flächennutzern und -eigentümern bei Erstpflegemaßnahmen und der langfristigen naturschutzverträglichen Bewirtschaftung, die Akquise von Fördermitteln für Naturschutzmaßnahmen und die Durchführung von Umweltbildungsmaßnahmen mit Schulen und Kindergärten. Dabei erfolgt stets ein fachlicher Austausch und die enge Abstimmung mit den Fachbehörden vor Ort sowie anderen Akteuren des regionalen Naturschutzes.

 

Seit ihrem Bestehen konnte die Natura 2000-Station „Osterland“ bislang knapp 6,6 mio. Euro Fördermittel für regionale Naturschutzprojekte einwerben und für deren Umsetzung überwiegend regionale Fachfirmen gewinnen. Dazu zählen u.a. die Einrichtung einer extensiven Ganzjahresbeweidung auf Auenflächen im Einzugsgebiet der Weißen Elster, die Revitalisierung von Heideflächen im FFH-Gebiet „Pöllwitzer Wald“, die Planung des digitalen Waldlehrpfades im Geraer Stadtwald, die Wiederherstellung zahlreicher Kleingewässer als Lebensraum für geschützte und gefährdete Amphibien sowie die Sanierung und Sicherung von knapp 11.500 Obstbäumen auf insgesamt etwa 170 ha Streuobstwiesen.