Erstpflegemaßnahmen zur Revitalisierung der Streuobstwiese bei Lohma

Streuobstwiesen sind wertvoller Bestandteil einer artenreichen Kulturlandschaft. Insbesondere in der weitgehend strukturarmen und ausgeräumten Ackerlandschaft des Altenburger Landes stellen sie Inseln der Biodiversität dar. Hochstämmige Altbäume mit ihren vielfältigen Habitatstrukturen bieten für besonders und streng geschützte Tierarten, wie Steinkauz (Athene noctua), Wendehals (Jynx torquilla), Haselmaus (Muscardinus avellanarius), Fledermäusen, mulmbewohnende Käferarten  – z.B. Eremit (Osmoderma eremita) essentielle Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Außerdem dienen die alten Hochstämme am Wiesenrand im Übergang zu angrenzenden Ackerflächen als Ansitzwarte für Greifvögel.

In ihrer Kombination von Gehölzen und artenreichem Grünland fungieren Streuobstwiesen als Habitat für bis zu 5.000 Arten, was sie zu einem Hotspot der Biodiversität in unserer Kulturlandschaft macht. Der Erhalt und die Pflege dieser Biotope leisten einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz.

Am westlichen Ortsrand von Lohma befindet sich mit 7,2ha Fläche eine der größten Streuobstwiesen im Altenburger Land, welche jedoch durch eine ausbleibende wirtschaftliche Nutzung und damit eine unterlassene Pflege stark bedroht ist. Bei den meisten der alten hochstämmigen Obstbäume, ist ein hoher Überalterungsgrad und schlechter Vitalitäts- und Stabilitätszustand festzustellen. Regelmäßige Starkastausbrüche und das Umbrechen von Altbäumen führen zu einem Strukturverlust des Habitates.

Durch einen gezielten, fachgerechten Gehölzschnitt und eine Auffüllung der entstandenen Lücken mit Neupflanzungen, soll die Streuobstwiese dauerhaft und nachhaltig gesichert werden. Eine Schautafel informiert künftig über die Besonderheit der Streuobstwiese als wertvolles Biotop und die traditionelle Obstbaukultur im Altenburger Land.

 

 

Zielarten: Wendehals (Jynx torquilla), Haselmaus (Muscardinus avellanarius), Eremit (Osmoderma eremita)

Laufzeit: 08/2020 – 02/2023

Kosten: 189.342,09 €

Finanzierung: NALAP, GAK (100%)

ProjektbearbeiterIn: Tobias Eggert

Dieses Projekt wurde über das Programm zur „Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen (NALAP)“ sowie aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK)“ gefördert.

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