Revitalisierung der Kammmolchlebensräume im Greizer Park

Das ENL-Projektgebiet befindet sich im südlichen Teil des FFH-Gebietes Nr. 147 „Elstertal zwischen Greiz und Wünschendorf“ im Greizer Park . Es handelt sich um die s.g. Hammerwiesenteiche im FND „Hammerwiese“, die aus aufgelassenen Vorstreckteichen hervorgegangen sind und seit vielen Jahren nicht mehr fischereiwirtschaftlich genutzt werden. Der Gewässerkomplex umfasst vier benachbarte Teiche mit unterschiedlichen Größen. Der Anteil an Flachwasserzonen ist sehr hoch. Alle Gewässer sind nahezu vollständig besonnt. Es hat sich ein besonderer Reichtum an Wasserpflanzen eingestellt, der im Rahmen der Managementplanung zu einer guten bis hervorragenden Bewertung des Lebensraumtyps 3150 (natürliche nährstoffreiche Seen) geführt hat. Die Deckung von emerser und submerser Vegetation beträgt ca. 25 %.

Neben der besonderen Bedeutung für die Lebensraumtypen Feuchtwiese und Kleingewässer bietet das FND „Hammerwiese“ auch Lebensraum für seltene und geschützte Vogelarten, Amphibien, Reptilien und Insekten. Allerdings zeigen speziell die Hammerwiesenteiche mittlerweile ungünstige Habitatbedingungen für den Nördlichen Kammmolch (Triturus cristatus) als Anhang-II-Art. Die geringe Wassertiefe aufgrund der Verschlammung und fortschreitenden Verlandung führte in den Sommern 2018 und 2019 zur vollständigen Austrocknung.

Geeignete Landhabitate für den Kammmolch befinden sich in unmittelbarer Nähe und werden durch extensive Mähwiesen, Feuchtwiesen, feuchte Hochstaudenfluren sowie Laubgebüsche gebildet. Die Entfernung zum nächsten bekannten Vorkommen im FND Kuhbergbruch beträgt ca. 3,5 km.

Ziel des ENL-Projektes ist die Verbesserung der Habitatqualität für den Kammmolch im Bereich der Hammerwiesenteiche durch Umsetzung von Maßnahmen aus dem Managementplan. Durch eine schonende Entschlammung soll der Zustand von C „ungenügend“ mindestens auf B „gut“ aufgewertet werden.

Da das Umfeld der Teiche ausschließlich aus Grünland bzw. feuchten Hochstaudenfluren mit Weidengebüschen besteht, ist die Ursache der Schlammschicht und Verlandung vor allem im Aufwuchs der umgebenden Flächen zu suchen. Durch die Beräumung des Schlamms werden u.a. aus Abbauprozessen freigewordene Nährstoffe reduziert und somit der Pflanzenaufwuchs im Gewässer verlangsamt. Außerdem ist eine zunächst einmalige Mahd des Aufwuchses der nördlich angrenzenden Bereiche im September vorgesehen, und die Gehölzbestände sollen zurückgeschnitten werden, um einer weiteren Verbuschung entgegenzuwirken.

Es wird davon ausgegangen, dass die im Managementplan erwähnte besondere Artenausstattung des LRT 3150 durch die Entschlammung nicht nachhaltig beeinträchtigt wird.

Zielart: Nördlicher Kammmolch

Laufzeit: 06/2022 – 12/2022

Kosten: 244.579,90 €

Finanzierung: EFRE

Projektbearbeiter: Alexander Schmucker

Das Projekt wird finanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE-OP 2014 bis 2020) und des Freistaates Thüringen im Programm „Maßnahmen zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“.

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